Rasen aerifizieren

Für optimales Rasenwachstum sollte nahezu jeder Boden einmal jährlich belüftet oder aerifiziert werden. Neben regelmäßigem Mähen und Düngen ist es eine der wichtigsten Maßnahmen für den perfekten Rasen. Durch Witterungsbedingungen und tägliche Nutzung kommt es auf natürliche Art zu einer Bodenverdichtung der Rasenfläche: Das bedeutet, dass Grob-, und Mittelporen in der Erde abnehmen. Diese Verdichtung beeinträchtigt den Lufthaushalt des Bodens und hat zur Folge, dass Wasser schlechter abrinnt und schlechter gespeichert wird.

Je nach Bodenart kann das Ausmaß an Bodenverdichtung unterschiedlich groß sein, am größten ist es bei sogenannten “schweren” Böden: reinen und tonigen Lehmböden. Generell sind die meisten Böden für optimales Rasenwachstum aber zu dicht. Selbst lockere Böden können durch eine Erhöhung des Sandanteils noch optimiert werden. Das Aerifizieren und Besanden von Rasenflächen bringt also so gut wie immer Vorteile für den Rasen. Bei Rollrasen sollte besonders regelmäßig aerifiziert werden, da diese Rasenart naturgemäß eine höhere Wachstumsdichte aufweist.

Typische Anzeichen eines zu dichten Bodens sind:

  • vermehrtes Wachstum von Breitwegerich
  • modriger Geruch des Bodens, hervorgerufen durch anaerobe Bodenbedingungen, die das Wurzelwachstum und die Aktivität von Mikroorganismen beeinträchtigen
  • Staunässe, bedingt durch verringerte Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens
  • verringertes Wachstum der Gräser

Was bedeutet Aerifizieren?

Durch das Belüften oder Aerifizieren wird die Oberflächenspannung eines Bodens durchbrochen und der Boden insgesamt gelockert. Das begünstigt den natürlichen Gasaustausch, der für die Aktivität der Kleinstlebewesen im Boden notwendig ist. Indem deren Aktivität gefördert wird, wird auch das Rasenwachstum wieder angeregt.

Beim Aerifizieren der Rasenfläche werden mechanisch Belüftungslöcher in den Boden gestanzt. Optimal sind etwa 100 bis 200 Löcher pro Quadratmeter Boden. Die beim Stanzen entfernten, länglichen Erdstücke (sogenannte “Cores”) werden mit einem Rechen vom Rasen entfernt. Anschließend kann Quarzsand eingearbeitet werden, damit ein Bodenaustausch stattfindet und die Bodenbeschaffenheit nachhaltig locker bleibt.

Kleines Begriffslexikon

Spoons: auch Stacheln genannt, Zinken bzw. Spieße eines Aerifiziergerätes

Vollspoon: zylindrisch und glatt, optimal für den Einsatz im Sommer

Kreuz-Spoon: Stachel mit Kreuzprofil

Hohlspoon: Hohlstachel, optimal für den Bodenaustausch

Bajonett-Spoon: spitzer, schmaler Stachel ohne Hohlraum

Core: beim Stanzen entferntes Erdstück

Rasendoktor Übersicht Ergänzungs-Spoons
Verschiedene Spoon-Typen in der Übersicht
Aerifizier-Ergebnis (sog. Core) in Nahaufnahme
Aerifizier-Ergebnis (sog. Core) in Nahaufnahme

Warum sollten Sie Ihren Rasen aerifizieren?

Die Beschaffenheit des Bodens hat einen starken Einfluss auf die Effektivität der Rasenpflege. Mit Rasendünger können zwar viele Probleme gelöst werden und auch das Kalken ist eine wichtige Pflegemaßnahme für ein Gleichgewicht im Boden. Ist der Boden jedoch zu stark verdichtet und es bildet sich Staunässe, hilft der beste Dünger nichts – dann muss vor allem Luft in den Boden.

Aerifizieren ist eine Möglichkeit, das Rasenwachstum auf natürlichem Weg wieder anzukurbeln. Das gilt selbst für Hochleistungsrasenflächen, wie Golfgrüns, die von der regelmäßigen mechanischen Belüftung profitieren. Indem Sie den für die winzigen Bodenorganismen lebensnotwendigen Gasaustausch wiederherstellen, wird die Qualität des Bodens insgesamt verbessert. Pflanzen können nun wieder besser Nährstoffe über die Wurzeln aufnehmen: Das Ergebnis ist ein schöner, saftig grüner Rasen.

So aerifizieren Sie Ihren Rasen

Rasenbelüftung richtig gemacht mit dem Rasendoktor

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Durch das Aerifizieren und Belüften von Rasenflächen werden stark verdichtete Böden belüftet, sodass der Gasaustausch wieder richtig funktioniert. Dieser ist für Bodenlebewesen wichtig, und das Rasenwachstum wird wieder aktiviert.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, seinen Rasen effektiv zu aerifizieren. Manche Hobbygärtner bevorzugen das Aerifizieren von Hand, es gibt auch Aerifiziergeräte für den Privatbereich.

Rasendoktor-Tipp: Besonders gut eignet sich der Hand-Aerifizierer vom Rasendoktor zum Belüften von Rasenflächen

Rasendoktor Hand-Aerifizierer
Hand-Aerfizierer vom Rasendoktor

Kleine bis mittelgroße Flächen können aber ohne weiteres mit einem Handgerät belüftet werden. Hand-Aerifizierer, wie handgeführte Aerifiziergabeln oder Aerifizierwalzen, eignen sich besonders gut bei Staunässe und Lehmböden. Für größere Flächen sollte auf einen motorisierten Aerifizierer (zum Beispiel den Billy Goat Profi Aerifizierer mit 4 Spoons) oder auf die Arbeit eines Garten- und Landschaftsgärtners zurückgegriffen werden.

Rasen aerifizieren – Schritt für Schritt

  1. Säuberungsschnitt
    Zunächst wie gewohnt den Rasen mähen.
  2. Aerifizieren mit Hohlspoons
    Dann wird die Sperrschicht im Boden gelockert, damit Wasser wieder problemlos infiltrieren und ablaufen kann.
  3. Entfernen der gezogenen Cores
    Die entfernten Erdstücke werden mit einem Rechen von der Rasenfläche entfernt.
  4. Topdressen mit trockenem Quarzsand
    In die entstandenen Löcher wird anschließend trockener Sand gefüllt, damit die Bodenbeschaffenheit locker bleibt. Die optimale Körnung beträgt 0,5 bis 1,5 mm. Auch eine Mischung aus Rasengranulat und Humuserde (z. B. als Rasen-Regenerations-Paket von Rasendoktor) tut dem Rasen gut.
  5. Nachsaat mit Regenerationssaatgut
    Diese Maßnahme ist optional, um die Grasnarbe zu verdichten.

Verwendung des richtigen Aerifizierers

Je nach Rasenart und Saison empfehlen wir unterschiedliche Werkzeuge und Techniken, um Ihrem Rasen Gutes zu tun.

Vollspoons (Vollstacheln) arbeiten nach dem Verdrängungsprinzip, da sie keine Erde entfernen. Je nach Typ dringen sie unterschiedlich tief in den Boden ein.

Hohlspoons (Hohlstacheln) sind vor allem geeignet für Böden mit hohem Lehmgehalt. Die Hohlräume, die beim Aerifizieren entstehen, werden nachträglich mit Quarzsand befüllt: Dadurch bleibt der Boden locker.

Kreuzspoons kommen dort zum Einsatz, wo die Oberfläche optisch keinen Schaden nehmen soll, z. B. auf Golfrasen.

Bajonett-Spoons kombinieren die Vorteile von Vollspoon und Kreuzspoon, indem sie kompakt in den Boden eindringen und durch gleichzeitiges Anschneiden der Rasenwurzeln für verstärktes Wurzelwachstum sorgen.

Rasen aerifizieren genau erklärt vom Rasenprofi

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Unser Rasendoktor-Experte Philipp Weber erklärt, wie professionelles Aerifizieren im Heimgarten und auch auf Golfplätzen funktioniert.

Wann und wie häufig sollte der Rasen aerifiziert werden?

Abhängig von der Bodenzusammensetzung sollte einmal jährlich aerifiziert werden. Sehr sandige Böden kommen mit einmal alle 2-3 Jahre aus. Die besten Monate zum Aerifizieren sind Mai/April oder September/Oktober. Zu diesen Jahreszeiten sind die Temperaturen nicht zu heiß und die Gräser werden nicht stark belastet. Je nach Saison, ist dabei Unterschiedliches zu beachten.

Rasen aerifizieren im Frühjahr

Im Frühling ist ein guter Zeitpunkt für die Rasenbelüftung. Die Bodentemperatur ist nun hoch genug für die Bearbeitung, die Pflanzen sind jedoch noch nicht von der Hitze belastet. Jetzt können Rasenflächen am stärksten und mit größeren Spoons bearbeitet werden. Optimal sind Hohlspoons, welche gleichzeitig Filz aus dem Boden entfernen, mit einem Durchmesser zwischen 6-15mm.

Rasen aerifizieren im Sommer

Das Aerifizieren im Sommer sollte vermieden werden, da der Rasen bereits durch Trockenheit und Hitze gestresst ist. Wenn jedoch lokale trockene Stellen auffallen, kann die Belüftung sinnvoll sein. Dabei ist folgendes zu beachten: Hohlspoons sind für heiße Temperaturen nicht geeignet, da bei Hitze weniger Sand verwendet werden sollte und der Ausstich von Material nicht unbedingt nötig ist. Besser sind z. B. Rasendoktor Bajonett-Spoons, welche ca. 5-6 cm tief in den Boden eindringen und durch leichtes Anschneiden der Rasenwurzeln ihr Wachstum verbessern.

Rasen aerifizieren im Herbst

Sind Sie im Frühjahr nicht dazu gekommen, können Sie Ihren Rasen ohne Probleme erst im Herbst aerifizieren. Die Pflege im Herbst erhöht sogar die Widerstandskraft des Rasens im Winter und bringt einen enormen Startvorteil im Frühjahr. Wieder kann mit Hohlspoons gearbeitet werden, wobei ihr Innendurchmesser nun maximal 6-10 mm betragen sollte. Da kleinere Löcher entstehen, kann sich die Grasnarbe noch vor dem Winter schließen und die Rasenfläche erholen.

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